Während Deutschland sich auf den 20.sten Jahrestag seiner Wiedervereinigung vorbereitete,kam es auf amerikanischen Boden, im U.S.-Staat Texas, in "Fort Hood", Amerikas wohl größte Militärbasis, zu einem Amoklauf. Scheinbar urplötzlich und für sein berufliches Umfeld überraschend, hatte der Militärpsychiater, Nidal Malik Hasan, zur Waffe gegriffen und um sich geschossen, wobei 13 Menschen zu Tode kamen und viele weitere, unterschiedlich schwer verletzt wurden. Bisher hatte er sich um Soldaten gekümmert, die schwer traumatisiert aus Einsatzgebieten wie Afghanistan und dem Irak heimkehrten.
Was war sein Motiv?
Wie beinahe an jedem Tag, betrat Nidal Malik Hasan, ein gläubiger Muslim, auch am Morgen des 06. Novembers, 09, bekleidet mit einem Dischdasch ( traditionelles knöchellanges,weißes Gewand, u. a. aus dem arabischen Raum), einen Lebensmittelladen auf dem Stützpunkt. Und wie bereits viele Male zu vor, habe er Kaffee und Kartoffelröstis gekauft, erzählte der Besitzer später dem Fernsehsender "CNN", der die Bilder der Überwachungskamera ausstrahlte. Das sie wie immer noch ein wenig geplaudert hätten, weiß der Ladenbesitzer noch zu erzählen und das Hasan, ihn stets gefragt habe, ob er am Freitagsgebet teilnehme.
Nach Erkenntnissen der "New York Times", sollte Nidal Malik Hasan, Ende November in den Irak entsendet werden und wurde von schlimmen Gedanken geplagt, gegen Muslims kämpfen zu müssen. Auch wenn Hasan erst seit Juli in Fort Hood stationiert war, so soll er schon seit Langem gefürchtet haben, nach Afghanistan oder in den Irak entsendet zu werden. Ein Einsatz in der Region sollte das Schlimmste sein, was er sich vorstellen könne, hieß es weiter. Eine Tante von Hasan berichtete, dass er aufgrund seines Glaubens von Kollegen immer wieder schikaniert worden war, was ihm sehr zugesetzt hatte. Und so hatte er seit Jahren bereits versucht, vom Militär entlassen zu werden. Er wollte die Armee unbedingt verlassen und wusste, lt. seinem Cousin Nadal, nicht mehr weiter.Aufgrund dessen, hatte er sich einen Militäranwalt genommen und der US-Armee angeboten, die Kosten für seine medizinische Ausbildung zurückzuzahlen.
Laut seinen eigenen Angaben wurde Nidal Malik Hasan in den USA geboren. Seine palästinensischen Eltern stammen ursprünglich aus einer Kleinstadt nahe Jerusalem. Er besuchte in Roanoke (Virginia) die Schule und im Anschluss wechselte er auf die Virginia Tech University, die bekanntermaßen im April 2007 Schauplatz eines fatalen Massakers war. In den Jahren seiner Ausbildung spezialisierte er sich unter anderem auf die psychiatrische Hilfe in Katastrophenfällen. Entgegen dem Wunsch seiner Eltern, verpflichtete er sich in der US-Armee.
Sein muslimischer Glaube war ihm zeitlebens von großer Bedeutung und auch in Washington, als er seine Facharztausbildung absolvierte, betete er täglich in einer muslimischen Gemeinde. Der frühere Iman Faizul Khan, sagte der "Washington Post" gegenüber, dass Hasan streng gläubig gewesen sei und sich oft mit ihm über religiöse Fragen unterhalten hätte. Hasan wäre aber nie frustriert gewesen, noch habe etwas Extremes in seinen Fragen gelegen.
Ein Kommandeur des Stützpunktes ließ verlauten, dass 12 der 13 getöteten Opfer von Nidal Malik Hasan Soldaten gewesen sein sollen. Viele der 30 verletzten Opfer mussten in Krankenhäuser gebracht werden. Und auch Nidal Malik Hasan liegt auf der Intensivstation und wird künstlich beatmet.
Gründe für diesen Amoklauf, dürften nicht nur in den erlebten Schikanen gegenüber dem Täter und seiner Angst vor dem Irak-Einsatz zu finden sein, sondern ebenso in der Ignoranz und dem Fehlverhalten der US-Armee, einem amerikanischen Mitbürger und Militärangehörigen gegenüber, trotz Kenntnis um seine Gewissenskonflikte als auch der psychischen Belastung, der er ausgesetzt war. Es bleibt zu hoffen, dass diese Tat, so schrecklich sie auch ist, nicht nur einen Täter vor Gericht stellt und verurteilt, sondern dass das amerikanische Volk, seine Politiker und die US-Armee, als auch die Medien in sich gehen und das Geschehene mit mehr (wünschenswerter) Verständnis/Toleranz für andere Kulturen und Religionen auf arbeiten!
Nach US-Angaben, ist Fort Hood (Texas), die größte Militärbasis der Welt und wurde nach dem früheren General der Südstaaten-Armee, des amerik. Bürgerkrieges, John Bell Hood (1831-1879) benannt.Rund 45.000 Soldaten sind dort stationiert und die Basis ist zugleich Heimat der 1. Kavalleriedivision, der 4. Infanteriedivision und des 31. Logistikkommandos. Das Camp besteht seit 1941 und wurde immer wieder erweitert. Heute finden sich auf dem Areal, Kasernengebäude, Übungsgelände,Wohnhäuser für Soldatenfamilien, eine Schule, ein Postamt als auch verschiedene Freizeiteinrichtungen.
Seit Beginn des amerik. Einmarsches 2003 in den Irak, ist Fort Hood der Militärstützpunkt mit der höchsten Zahl an Selbstmorden (in 2009 bisher 75 Fälle)!
10. November 2009
2. November 2009
Arge, Teil 2
Leider bleibt z. Z. nicht viel Zeit zum Schreiben, trotzdem möchte ich auf folgenden Bericht auf "Froschs Blog" hinweisen und daran erinnern, dass dies Alltag in Deutschland geworden ist, der einfach jeden ,nicht zu gut situierten, Bürger ( wirklich ) einholen kann!
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1. November 2009
"Datenschleuder Bundesagentur"
Ich habe den folgenden Artikel von Matthias Thieme bei fr-online.de entdeckt und finde ihn sehr lesenswert!
20. Oktober 2009
Ein Imperium vor dem Aus - "Quelle" macht dicht!
82 Jahre lang hat die Deutschen der "Quelle"-Katalog begleitet - damit ist jetzt Schluss!
Im Gegensatz zu anderen Unternehmenspleiten, hatte das "Quelle"-Unternehmen weder Konjunktur- noch Strukturprobleme, sondern die, von der Führung ausgehandelten Knebelverträge, beschlossen das Aus auf Raten vom Versandhaus "Quelle"unter dem Dach von "Primondo"!
Selten wurde ein Unternehmen durch so viel offensichtliches Mismanagement an die Wand gefahren, wie im Fall von "Quelle"!
Im Gegensatz zu den vielen tausend Mitarbeitern in den Warenhäusern und anderen betroffenen Bereichen, wurde das Führungspersonal mit enormen Abfindungen in Millionenhöhe aus ihrer Verantwortung entlassen, während die verbleibende Belegschaft, anschließend tagtäglich mit der Kündigung rechnen musste.
Und so erfuhren die Mitarbeiter gestern Abend, genau wie jeder andere Bürger, die schlimme Nachricht erst aus den Medien. Ab dem 1. November werden viele Mitarbeiter der Quelle, die bisher noch nicht gekündigt waren oder sich noch in der Kündigungsfrist befinden, auf Zahlungen der Bundesanstalt für Arbeit angewiesen sein. Lediglich die Oktoberlöhne, so der Insolvenzverwalter heute auf der Pressekonferenz, werden noch aus den Warenbeständen gezahlt werden können. Die Zahlen zum bundesweiten Stellenabbau bei der "Quelle", schwanken zwischen 7ooo bis 9000.
Es scheint schwierig für den Insolvenzverwalter, sich auf eine genauere Zahl fest zu legen, da es automatisch auch zu Stellenabbau in anderen Bereichen kommen wird, die bisher mit dem "Quelle-Unternehmen" zusammen arbeiteten.Es ist davon aber auszugehen, dass die Callcenter, die Bestellaufnahme, wie auch die Waren-Logistik noch einige Zeit weiter arbeiten werden. Teile der Callcenter können wohl auch erhalten werden, da sie nicht ausschließlich für die "Quelle", sondern auch für andere Unternehmen arbeiten.
Bis zuletzt war bei den Mitarbeitern die Hoffnung geschürt worden, dass das Unternehmen und ihre Arbeitsplätze doch noch gerettet werden könnten. Erst vor wenigen Monaten, im Sommer, hatte es durch politischen Beistand, wie den bayrischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, eine ordentliche staatliche Finanzspritze von 50 Millionen Euro gegeben, um den jährlichen Warenkatalog drucken zu können. Und auch laut dem Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg, hatte es in den vergangenen Monaten mehrere interessierte Investoren gegeben. Trotzdem konnte das Unternehmen nicht gerettet werden, da, nach Prüfung der Unternehmensdaten, selbst ein negatives Verkaufsangebot letztendlich ausgeschlagen wurde.
Die Verlierer sind nun die Mitarbeiter!
Lediglich die Umsatzstarken Spezialversender, dürfte die "Quelle"-Pleite nicht traurig stimmen, da sie nun nach monatelanger Ungewissheit, sich endlich nach neuen Partnern umschauen können. Allein der Umstand, das der Mutter-Konzern "Primondo" als Ganzes veräußert werden sollte, um so das "Quelle"-Unternehmen zu retten, hatte dies bisher verhindert.
Im Gegensatz zu anderen Unternehmenspleiten, hatte das "Quelle"-Unternehmen weder Konjunktur- noch Strukturprobleme, sondern die, von der Führung ausgehandelten Knebelverträge, beschlossen das Aus auf Raten vom Versandhaus "Quelle"unter dem Dach von "Primondo"!
Selten wurde ein Unternehmen durch so viel offensichtliches Mismanagement an die Wand gefahren, wie im Fall von "Quelle"!
Im Gegensatz zu den vielen tausend Mitarbeitern in den Warenhäusern und anderen betroffenen Bereichen, wurde das Führungspersonal mit enormen Abfindungen in Millionenhöhe aus ihrer Verantwortung entlassen, während die verbleibende Belegschaft, anschließend tagtäglich mit der Kündigung rechnen musste.
Und so erfuhren die Mitarbeiter gestern Abend, genau wie jeder andere Bürger, die schlimme Nachricht erst aus den Medien. Ab dem 1. November werden viele Mitarbeiter der Quelle, die bisher noch nicht gekündigt waren oder sich noch in der Kündigungsfrist befinden, auf Zahlungen der Bundesanstalt für Arbeit angewiesen sein. Lediglich die Oktoberlöhne, so der Insolvenzverwalter heute auf der Pressekonferenz, werden noch aus den Warenbeständen gezahlt werden können. Die Zahlen zum bundesweiten Stellenabbau bei der "Quelle", schwanken zwischen 7ooo bis 9000.
Es scheint schwierig für den Insolvenzverwalter, sich auf eine genauere Zahl fest zu legen, da es automatisch auch zu Stellenabbau in anderen Bereichen kommen wird, die bisher mit dem "Quelle-Unternehmen" zusammen arbeiteten.Es ist davon aber auszugehen, dass die Callcenter, die Bestellaufnahme, wie auch die Waren-Logistik noch einige Zeit weiter arbeiten werden. Teile der Callcenter können wohl auch erhalten werden, da sie nicht ausschließlich für die "Quelle", sondern auch für andere Unternehmen arbeiten.
Bis zuletzt war bei den Mitarbeitern die Hoffnung geschürt worden, dass das Unternehmen und ihre Arbeitsplätze doch noch gerettet werden könnten. Erst vor wenigen Monaten, im Sommer, hatte es durch politischen Beistand, wie den bayrischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, eine ordentliche staatliche Finanzspritze von 50 Millionen Euro gegeben, um den jährlichen Warenkatalog drucken zu können. Und auch laut dem Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg, hatte es in den vergangenen Monaten mehrere interessierte Investoren gegeben. Trotzdem konnte das Unternehmen nicht gerettet werden, da, nach Prüfung der Unternehmensdaten, selbst ein negatives Verkaufsangebot letztendlich ausgeschlagen wurde.
Die Verlierer sind nun die Mitarbeiter!
Lediglich die Umsatzstarken Spezialversender, dürfte die "Quelle"-Pleite nicht traurig stimmen, da sie nun nach monatelanger Ungewissheit, sich endlich nach neuen Partnern umschauen können. Allein der Umstand, das der Mutter-Konzern "Primondo" als Ganzes veräußert werden sollte, um so das "Quelle"-Unternehmen zu retten, hatte dies bisher verhindert.
11. Oktober 2009
Solidarität versteht sich anders!
- 07.10.2009 um 13:13 Uhr von catrachito
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Bei allen anderen Kommentaren, vermisse ich zutiefst ein wirkliches Mitgefühl und Solidarität für einander. Natürlich glänzt der eine oder andere/ die eine oder andere, mit sachkundigem Wissen, aber insgesamt scheint es dann doch nur darum zu gehen, wer ist besser und wer schlechter, wer nimmt wem was weg und wer hat letztendlich eigentlich wirklich eine (Daseins-)Berechtigung.
Einzig in dem nachfolgendem Kommentar von "Catrachito" geht es um das Wesen und den Kern
einer Sozialpolitik und deren Auswirkung auf die Menschen, die unsere Gesellschaft derart nicht verdient hat!
Schwarz-Gelbe Pläne für die Sozialpolitik
Bürgergeld statt Hartz IV, Arbeitslosengeld und Mindesteinkommen. Wie wird sich die Sozialpolitik unter der neuen Regierung aus Union und FDP verändern?
Quelle: Cordula Eubel (Zeit-Online/Der Tagesspiegel/07.10.09)Kommentar:37. Sozialbashing oder der Wert unserer Mitbürger
Ich bin seit kurzem in einer Vorbereitung, um an der Rezeption eines Hotels zu arbeiten. Der Leiter des Hotels gab dabei unter anderem die Weisung aus, keine Obdachlosen oder schlecht gekleideten Passanten aufzunehmen, selbst, wenn die das Geld für die Übernachtung und wir noch Zimmer haben. Auf Anfrage bei der Arbeitsinspektion hat man mir gesagt, das sei zwar nach dem Diskriminierungsgesetz illegal, aber wenn ich den Job will, muss ich mich an die Weisungen halten, der Chef wird schon auch seine Gründe haben. Und so erfrieren die Obdachlosen dann halt, selbst wenn sie das Geld hätten, im Winter auf den Strassen, denn wir wollen sie nicht. Genauso wie immer mehr Ärzte Kassenpatienten gesetzlicher Kassen nicht wollen. Ginge es um Schwarze, Frauen, Muslime, oh je, Diskriminierung. Aber es ist ja nur die soziale Unterschicht. Denen können wir ja auch noch etwas die Stütze kürzen, sind ja eh alle faul und selbst dran schuld.
Eben nicht, und das macht das ganze so schrecklich.