82 Jahre lang hat die Deutschen der "Quelle"-Katalog begleitet - damit ist jetzt Schluss!
Im Gegensatz zu anderen Unternehmenspleiten, hatte das "Quelle"-Unternehmen weder Konjunktur- noch Strukturprobleme, sondern die, von der Führung ausgehandelten Knebelverträge, beschlossen das Aus auf Raten vom Versandhaus "Quelle"unter dem Dach von "Primondo"!
Selten wurde ein Unternehmen durch so viel offensichtliches Mismanagement an die Wand gefahren, wie im Fall von "Quelle"!
Im Gegensatz zu den vielen tausend Mitarbeitern in den Warenhäusern und anderen betroffenen Bereichen, wurde das Führungspersonal mit enormen Abfindungen in Millionenhöhe aus ihrer Verantwortung entlassen, während die verbleibende Belegschaft, anschließend tagtäglich mit der Kündigung rechnen musste.
Und so erfuhren die Mitarbeiter gestern Abend, genau wie jeder andere Bürger, die schlimme Nachricht erst aus den Medien. Ab dem 1. November werden viele Mitarbeiter der Quelle, die bisher noch nicht gekündigt waren oder sich noch in der Kündigungsfrist befinden, auf Zahlungen der Bundesanstalt für Arbeit angewiesen sein. Lediglich die Oktoberlöhne, so der Insolvenzverwalter heute auf der Pressekonferenz, werden noch aus den Warenbeständen gezahlt werden können. Die Zahlen zum bundesweiten Stellenabbau bei der "Quelle", schwanken zwischen 7ooo bis 9000.
Es scheint schwierig für den Insolvenzverwalter, sich auf eine genauere Zahl fest zu legen, da es automatisch auch zu Stellenabbau in anderen Bereichen kommen wird, die bisher mit dem "Quelle-Unternehmen" zusammen arbeiteten.Es ist davon aber auszugehen, dass die Callcenter, die Bestellaufnahme, wie auch die Waren-Logistik noch einige Zeit weiter arbeiten werden. Teile der Callcenter können wohl auch erhalten werden, da sie nicht ausschließlich für die "Quelle", sondern auch für andere Unternehmen arbeiten.
Bis zuletzt war bei den Mitarbeitern die Hoffnung geschürt worden, dass das Unternehmen und ihre Arbeitsplätze doch noch gerettet werden könnten. Erst vor wenigen Monaten, im Sommer, hatte es durch politischen Beistand, wie den bayrischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, eine ordentliche staatliche Finanzspritze von 50 Millionen Euro gegeben, um den jährlichen Warenkatalog drucken zu können. Und auch laut dem Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg, hatte es in den vergangenen Monaten mehrere interessierte Investoren gegeben. Trotzdem konnte das Unternehmen nicht gerettet werden, da, nach Prüfung der Unternehmensdaten, selbst ein negatives Verkaufsangebot letztendlich ausgeschlagen wurde.
Die Verlierer sind nun die Mitarbeiter!
Lediglich die Umsatzstarken Spezialversender, dürfte die "Quelle"-Pleite nicht traurig stimmen, da sie nun nach monatelanger Ungewissheit, sich endlich nach neuen Partnern umschauen können. Allein der Umstand, das der Mutter-Konzern "Primondo" als Ganzes veräußert werden sollte, um so das "Quelle"-Unternehmen zu retten, hatte dies bisher verhindert.
Bei allen anderen Kommentaren, vermisse ich zutiefst ein wirkliches Mitgefühl und Solidarität für einander. Natürlich glänzt der eine oder andere/ die eine oder andere, mit sachkundigem Wissen, aber insgesamt scheint es dann doch nur darum zu gehen, wer ist besser und wer schlechter, wer nimmt wem was weg und wer hat letztendlich eigentlich wirklich eine (Daseins-)Berechtigung.
Einzig in dem nachfolgendem Kommentar von "Catrachito" geht es um das Wesen und den Kern
einer Sozialpolitik und deren Auswirkung auf die Menschen, die unsere Gesellschaft derart nicht verdient hat!
Schwarz-Gelbe Pläne für die Sozialpolitik
Bürgergeld statt Hartz IV, Arbeitslosengeld und Mindesteinkommen. Wie wird sich die Sozialpolitik unter der neuen Regierung aus Union und FDP verändern?
Quelle: Cordula Eubel (Zeit-Online/Der Tagesspiegel/07.10.09)Kommentar:37. Sozialbashing oder der Wert unserer Mitbürger
Ich bin seit kurzem in einer Vorbereitung, um an der Rezeption eines Hotels zu arbeiten. Der Leiter des Hotels gab dabei unter anderem die Weisung aus, keine Obdachlosen oder schlecht gekleideten Passanten aufzunehmen, selbst, wenn die das Geld für die Übernachtung und wir noch Zimmer haben. Auf Anfrage bei der Arbeitsinspektion hat man mir gesagt, das sei zwar nach dem Diskriminierungsgesetz illegal, aber wenn ich den Job will, muss ich mich an die Weisungen halten, der Chef wird schon auch seine Gründe haben. Und so erfrieren die Obdachlosen dann halt, selbst wenn sie das Geld hätten, im Winter auf den Strassen, denn wir wollen sie nicht. Genauso wie immer mehr Ärzte Kassenpatienten gesetzlicher Kassen nicht wollen. Ginge es um Schwarze, Frauen, Muslime, oh je, Diskriminierung. Aber es ist ja nur die soziale Unterschicht. Denen können wir ja auch noch etwas die Stütze kürzen, sind ja eh alle faul und selbst dran schuld.
Eben nicht, und das macht das ganze so schrecklich.